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Frage zu Habakuk

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Frage zu Habakuk

Beitrag  Heidi am Di 11 Apr 2017, 19:56

Ich habe Sonntag eine Predigt über das kleine Buch des Propheten Habakuk gehört.

Das war interessant, denn der Prophet fragt wie wir heute (in meinen Worten gesagt) :
Herr, wie lange noch bis zu mich hörst? Warum lässt du mich so lange diese Bosheit sehen? Warum siehst du den Räubern zu? (1,2.3.13)

Der Prediger sagte dann, die Antwort, nach dem "Wie lange noch? Und warum?"  wäre, dass Gott dem Habakuk
1.) wieder neu zeigt, dass Gott kein "Gebetserfüllungsgehilfe" ist, sondern absolut heilig. Und
2.) dass Gott auch im Leid nicht etwa nicht hört, sondern im Leid da ist.

Dann habe ich die wenigen Kapitel von Habakuk intensiv zu Hause nachgelesen, aber konnte diese Punkte als Antwort auf Habakuks Frage nicht so nachvollziehen. Question

Ich habe Habakuk so verstanden:

Habakuk ruft zu Gott wegen des Frevels (Raub, Unrecht, Gesetzlosigkeit), den Juda wieder verübt.

Schließlich...endlich....antwortet Gott so, dass er Habakuk wissen lässt, dass er bald durch die Chaldäer in großem Umfang das Strafgericht an Juda vollziehen wird. (1,5-11)

Habakuk kommt damit nicht ganz zurecht, dass dies geschehen soll und gibt Gott zu bedenken, dass ja dann der Gottlose (die Chaldäer) Gottes Volk verschlingen wird und appelliert an Gott, dass es doch nur eine Strafe und nicht womöglich eine Vernichtung sein soll.(1,12-17)

Er wartet dann auf Gottes Antwort (2, 1) und Gott antwortet so, dass er über die Chaldäer 5 mal ein WEHE! für deren Fehlverhalten ausspricht. (2.2-19) Hab 2, 20 entnehme ich, dass in Zeiten, wo Gott Gericht ausübt, alle Welt mal still sein soll vor ihm!

Daran schließt sich noch ein Gebet (also vor den ganzen Gerichten) des Habakuk an, in dem er Gott in seinem Zorn dennoch um seine Barmherzigkeit bittet, die früheren Taten Gottes beim Auszug aus Ägypten lobt und letztendlich schließt, dass er selber egal, wie die Umstände sein werden, er in seinem Glauben an Gott Freude und Kraft behalten will. (3,1-19)


Hm, also, wie hat Gott nun die Frage eingangs in Kap 1 nach dem "Wie lange noch und Warum?" beantwortet? Ich würde das so sehen, dass er auf das (An-) Klagegeschrei des Propheten nur deshalb noch nicht geantwortet hat, weil wir ja wissen, dass Gott zunächst mal sehr langmütig ist.
Aber stehen tut das ja da nicht explitzit.

Aber dann zeigte er Habakuk, dass schon ein Plan gefasst war mit den Chaldäern, der noch zur Ausführung stand.
Gerade fällt mir ein Sprichwort dazu sein, das heißt: Gottes Mühlen mahlen langsam...aber....gründlich.

Ja und dann habe ich gelernt, dass wir im Gericht einfach stille sein sollen...auch nicht beten?

Würde mich freuen, wenn jemand noch Gedanken zum Buch Habakuk hätte oder ggf Korrektur von dem, was ich meine, rausgefunden zu haben.

heidi

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Re: Frage zu Habakuk

Beitrag  Heidi am Di 11 Apr 2017, 20:13

Oh, diese Andacht fand ich gerade als Mail von heute - es passt so gut zu der

Frage nach dem WARUM Gott?



Haben Sie schon einmal etwas Tragisches erlebt und Gott dann gefragt: »Warum? Warum passiert mir das?« Angenommen Gott würde diese Frage tatsächlich beantworten, würde seine Erklärung irgendetwas ändern? Die Auswirkungen der Tragödie wären immer noch da und der Schmerz wäre genauso groß. Was hätten Sie daraus gelernt?

Ich glaube, eigentlich wollen wir von Gott etwas anderes wissen, wenn wir ihn das fragen: »Gott, liebst du mich noch? Wirst du dich um mich kümmern in meinem Schmerz und meinem Leid? Du wirst mich doch nicht verlassen, oder?« Könnte es sein, dass wir von Gott Erklärungen haben möchten aus Angst, er würde sich nicht um uns kümmern?

Wir sollten lernen zu sagen: »Herr, ich glaube. Ich verstehe es nicht und werde wahrscheinlich nie ganz begreifen, warum schlimme Dinge passieren. Aber ich weiß ganz sicher, dass du mich liebst und bei mir bist - immer.« Meiner Meinung nach braucht es mehr Glauben, erfolgreich durch eine schwierige Situation hindurchzugehen, als einfach daraus befreit zu werden. Setzen Sie Ihr Vertrauen in Gott, dann werden Sie hinterher gestärkt daraus hervorgehen.

Gebet: Gott, ich vertraue dir, auch wenn die Umstände mir Zweifel einflößen wollen. Hilf mir, deine Liebe nicht zu vergessen und mein Vertrauen in dich zu setzen, ganz gleich was passiert

(Ist von Joyce Meyer)

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Re: Frage zu Habakuk

Beitrag  Gast am Mi 12 Apr 2017, 10:17

Also ich bete nicht: "Gott" - auch wenn ich keinem vorschreiben will, wie er zu beten hat.
Ich bete: "Herr" - Oder Herr Jesus, das ist für mich direkter, persönlicher, näher. "Gott" ist mir zu "fern" - verstehst du was ich meine?

Zum Thema denke ich, das es nicht Demut ist, wenn wir von Gott "Rechenschaft" fordern, sondern eher Richtung Hochmut. Und diesem widersteht er, das musste ich auch schmerzhaft lernen. ER ist UNS keine Rechenschaft schuldig, oder sonst auch nur überhaupt etwas. Wenn er etwas gibt, dann ist es unverdiente Gnade allein. Zu seiner Zeit, auf seine Art.
Mögen wir dies schnell lernen, das wir in seiner Hand sind und ER souverän und unabhängig ist, Gerecht und treu, wie verheißen und uns zugesprochen immer wieder. study
Und wenn es uns hilft, vllt. dieses Bild der Jünger im Schiff: ER war unter ihnen, trotz heftigem Sturm, den er letztlich zur Stille bedrohte. Sie waren dennoch noch auf dem unsicheren Wasser, trotz ihm, doch in Sicherheit.
Und manchmal staunen wir nur noch schweigend, ja, das stimmt...vielleicht in dem Bewusstsein das er viel größer ist, als das worauf wir schauen. Er sieht schon den Ausgang der Dinge.
Auch ein Schaf ist ein gutes Bild. Hat er nicht verheißen das er seine Herde hüten würde, wie der gute Hirte? Das Schaf ahnt, das der Scherer nichts böses will und hält still. Sogar sehr still, damit es nicht verletzt wird.

Zuversicht ist vllt. hier das konkrete Stichwort?
Blicken wir nicht auf die dunklen Wolken, schauen wir im Glauben durch sie hindurch: dahinter ist die Sonne! Warte es nur ab!

Eliah Very Happy

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Re: Frage zu Habakuk

Beitrag  Heidi am Mi 12 Apr 2017, 10:32

Lieber Eliah,

ja, das sind auch meine Gedanken und Erfahrungen, dass man Gott nicht vorschreiben kann, wann er eingreift. In meinem Leben habe ich erlebt, dass Er immer Dinge getan hat...zu Seiner Zeit und man auch mal warten muss....und dadurch gelernt hat zu vertrauen und auch eben wieder zu (er-)warten.

Aber ich wollte ja eigentlich wissen, was man aus dem Buch Habakuk ableiten kann.

Die Frage, wie man Gott im Gebet "anreden" soll, hatten wir schon öfter. Wenn ich meine: "Du mein groooooßer Gott", sage ich auch neben Vater, Herr, Herr Jesus auch Gott.



heidi

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